Individuelle Gesundheitsvorsorge


Richtlinien zur gesetzlichen Krebsfrüherkennungs-Untersuchung
Erweiterte urologische Krebsfrüherkennungs-Untersuchung der Frau
Erweiterte urologische Krebsfrüherkennungs-Untersuchung des Mannes
Abklärung der Potenzstörung des Mannes
Der alternde Mann („Aging Male“)
NMP22 – Tumormarker im Urin
Immun-Hämoccult (Spezieller Stuhltest)
Sterilisationsoperation des Mannes (Vasektomie) nach abgeschlossener Familienplanung


Richtlinien zur gesetzlichen Krebsfrüherkennungs-Untersuchung

  • Eine Früherkennungsuntersuchung oder Vorsorge dient dem Zweck, Erkrankungen, vor allem aber Krebs, zu einem möglichst frühen Zeitpunkt festzustellen und zu behandeln. Diese Untersuchung kann jede Frau ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen. Für den Mann hingegen beginnt laut gesetzlicher Regelungen die Vorsorge erst ab dem 45. Lebensjahr.
  • Die Untersuchungen enthalten, gestaffelt nach dem Lebensalter, unterschiedliche Leistungsmerkmale. Der aktuelle Stand des Umfangs der gesetzlichen Früherkennungs-Richtlinien ist nachfolgend dargestellt.
  • Durch die Auswahl zusätzlicher Untersuchungen (z.B. Ultraschall, Laborwerte) lassen sich die Aussagekraft und die Genauigkeit der Krebsfrüherkennung deutlich steigern. Der leicht erkennbare Vorteil ist ein Zugewinn an Sicherheit zur Beurteilung des eigenen Gesundheitszustandes, der durch die Einhaltung von vorbeugenden Maßnahmen weiter verbessert werden kann.


Erweiterte urologische Krebsfrüherkennungs-Untersuchung der Frau

Aufgrund der Verschreibung der Pille, der Betreuung in der Schwangerschaft und der Geburt der Kinder sind Frauen besser mit den Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung vertraut und nutzen sie regelmäßiger als Männer.

Dennoch lässt sich die Aussagekraft der gesetzlichen Vorsorgemaßnahmen durch folgende Untersuchungen erhöhen:
  • Ultraschalluntersuchung der Nieren und der Blase
  • mikroskopische und chemische Untersuchung des Urins
  • bedarfsweise bakteriologische Untersuchung des Urins
  • Harnröhrenabstrich zur Prüfung des Hormonhaushalts der Schleimhaut der Scheide (Karyopyknotischer Index, KPI)
  • Untersuchung des Urins auf bösartige Zellen (NMP22)
  • Untersuchung des Stuhlgangs auf verborgenes Blut durch einen verbesserten (immunologischen) Stuhltest (Immun-Hämoccult)
  • Untersuchung auf Erkrankungen von Lunge und Darm durch Messung des CEA-Wertes im Blut
  • Bestimmung des Hormonstatus (Östradiol, FSH, LH und Prolactin)
  • Bestimmung der Nierenfunktionswerte
  • Bestimmung der Stoffwechselwerte
Sie und Ihr Hausarzt erhalten einen ausführlichen schriftlichen Befundbericht. Auf Ihren Wunsch wird Ihr Gynäkologe bzw. Ihre Gynäkologin ebenfalls informiert.


Erweiterte urologische Krebsfrüherkennungs-Untersuchung des Mannes

Nach Auffassung der Fachärzte für Urologie, des Berufsverbandes der Urologen und der Deutschen Gesellschaft für Urologie sind aufgrund des deutlich späteren Beginns und des geringeren Leistungsumfangs im Vergleich zu den Frauen die Untersuchungen der gesetzlichen Krebsfrüherkennung unzureichend und lassen eine lebensbedrohliche Krebserkrankung meist erst zu spät erkennen.

Deshalb bieten wir Ihnen eine Erweiterung der Vorsorgemaßnahmen an, die auf das jeweilige Lebensalter und das individuelle Risiko abgestellt ist. Wir beraten Sie gern, welche Untersuchungen für Sie von besonderem Nutzen sind. Damit entwickeln Sie Ihr Gesundheitsbewusstsein und gewinnen Lebensqualität und Sicherheit für Ihre Lebensplanung.

Im Einzelnen können wir folgende Untersuchungen anbieten:
  • Ultraschalluntersuchung der Nieren, der Blase und der Prostata (durch den Enddarm)
  • Bestimmung des Prostata-Spezifischen Antigens (PSA)
  • mikroskopische und chemische Untersuchung des Urins
  • bedarfsweise bakteriologische Untersuchung des Urins
  • Untersuchung des Urins auf bösartige Zellen (NMP22)
  • Untersuchung des Stuhlgangs auf verborgenes Blut durch einen verbesserten (immunologischen) Stuhltest (Immun-Hämoccult)
  • Untersuchung des Urins auf bösartige Zellen (NMP22)
  • Untersuchung auf Erkrankungen von Lunge und Darm durch Messung des CEA-Wertes im Blut
  • Ultraschall-Untersuchung der Hoden
  • Messung der Durchblutung der Hoden und der versorgenden Blutgefäße mittels farbkodierter Duplex-Sonographie
  • Bestimmung des Hormonstatus (Testosteron, FSH, LH und Prolactin)
  • Untersuchung von Tumormarkern (AFP, ß-HCG)
  • Ultraschall-Untersuchung der Schwellkörper des Penis
  • Messung der Durchblutung der Blutgefäße des Penis mittels farbkodierter Duplex-Sonographie
  • Abklärung des kardio-vaskulären Risiko-Profils vor Einsatz potenz-steigernder Medikamente (in Kooperation mit internistischen bzw. kardiologischen Fachkollegen)

Die oben genannten Untersuchungen lassen sich auf Ihren Wunsch hin ohne großen Zeitaufwand durchführen. Über die Ergebnisse erhalten Sie und Ihr Hausarzt einen ausführlichen schriftlichen Befundbericht.


Der alternde Mann („Aging Male“)

Dieser Begriff bezeichnet eine allmähliche hormonelle Veränderung im Körper des Mannes wie er von der Frau im Rahmen der Wechseljahre bekannt ist. Es handelt sich um Symptome wie Leistungsabfall, Schweißausbrüche, Konzentrationsschwierigkeiten, Vergesslichkeit, Knochenschmerzen, Abnahme der Muskelmasse, Potenzschwäche, Depressionen, etc.

Dadurch kommt es zu einer Minderung der Lebensqualität. Diese Veränderungen gehen oftmals einher mit Bluthochdruck, Herzkranzgefäßverengung und Gefäßverschluss-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht. Weitere chronische Erkrankungen in diesem Zusammenhang sind:

  • Störungen der Atmung (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, COPD, Asthma),
  • Schlafstörungen mit Schnarchen und langen Atempausen (Schlafapnoe),
  • Störungen der Verdauung (Verstopfung)
  • Schmerzhafte Erkrankungen der Gelenke (Arthrose), der Wirbelsäule (Bandscheibenvorfall, Verengung des Spinalkanals)
  • Entkalkung der Knochen (Osteoporose)
Um dieser Negativ-Spirale entgegen zu wirken, besteht die Möglichkeit, nach gründlicher vorausgehender Untersuchung, ggf. in Abstimmung mit Ihrem Hausarzt und weiteren Fachärzten, geeignete Maßnahmen entwickeln, die es Ihnen ermöglichen, die Lebensqualität wieder zu verbessern und im günstigen Fall sogar die verfügbare Lebensspanne zu verlängern.

Die ganzheitliche Beratung sollte Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, die Belastung am Arbeitsplatz, sportliche und körperliche Aktivitäten, den Impfstatus und das Bewusstsein für Gesundheit oder krankhafte Veränderungen umfassen.

Die Diagnostik in diesem Zusammenhang beinhaltet unter anderem:
  • Erhebung der speziellen Vorgeschichte
  • Abklärung individueller Risikofaktoren
  • Messung biophysikalischer Basisdaten
  • Messung des Bauchumfangs, Bestimmung des Body Mass Index (BMI) und der Waist Hip Ratio
  • Bestimmung des männlichen Hormons Testosteron
  • Untersuchung von Stoffwechselwerten
  • Messung der Durchblutung der (arteriellen) Penisgefäße (wichtiger Vorhersagewert für die Durchblutung der Herzkranzgefäße und des Risikos eines Herzinfarktes oder eines Gehirnschlags)
  • Untersuchung der Strömungsverhältnisse des Blutes in den Halsschlagadern
  • Messung der Gefäßwände der Halsschlagadern (Intima-Media-Stärke)





NMP22 – Tumormarker im Urin

Jedes Jahr erkranken in der Bundesrepublik Deutschland etwa 18.000 Männer und 7.000 Frauen an Blasenkrebs. Die Wahrscheinlichkeit, eine solche Erkrankung zu erleiden, nimmt mit dem Lebensalter zu. Risikofaktoren sind vorrangig das Rauchen, die zunehmende Luftverschmutzung und bestimmte Chemikalien. Aufgrund der wachsenden Häufigkeit im Auftreten von Blasenkrebs und der geringen bis fehlenden Symptome im Anfangsstadium ist eine wirkungsvolle Screening-Diagnostik wünschenswert.

Die bösartigen Tumoren der Harnblase werden in verschiedene Klassen eingeteilt. Die mikroskopische Analyse von abgeschilferten Zellen der Schleimhautoberfläche von Harnblase, Harnleiter und Nieren (Urin-Zytologie) ist sehr verlässlich für mittelgradig bis schlecht differenzierte Tumoren, da 95 % der bösartigen Erkrankungen in der Oberfläche der Schleimhaut entstehen.

Die sehr viel häufiger vorkommenden, gut differenzierten und oberflächlich wachsenden Tumoren der Blasenschleimhaut sind mit der Zytologie hingegen nur schlecht zu erfassen.

Der Blasentumor-Marker NMP22 weist dagegen eine hohe Treffsicherheit in der Erkennung und Nachsorge des gut differenzierten oberflächlichen Harnblasenkarzinoms auf und ist leicht und schnell mit Material aus einer Urinprobe durchführbar.

Bei konkret bestehendem Verdacht auf eine bösartige Erkrankung kann dieser Test eine Spiegelung der Blase jedoch nicht ersetzen. Die endoskopische Untersuchung der Harnblase ist zudem eine wichtige ambulante Untersuchung zur Vorbereitung auf eine Operation der Harnblase.


Immun-Hämoccult (Spezieller Stuhltest)

Jährlich erkranken in Deutschland rund 70.000 Menschen an Darmkrebs, und noch immer sterben ca. 30.000 Menschen pro Jahr an den Folgen dieses Krankheitsbildes.

Die Untersuchung auf „verborgenes (nicht sichtbares) Blut“ (Hämoccult) ist die einzige nichtinvasive Möglichkeit zur Früherkennung einer Blutungsquelle im Enddarm. Krebsgeschwüre und Polypen, die im Dickdarm und im Enddarm entstehen, haben feine und sehr empfindliche Blutgefäße, die bei der Stuhlpassage verletzt werden und bluten können. Diese sehr geringen Blutmengen sind mit dem bloßen Auge nicht sichtbar und bleiben deshalb unbemerkt.

Der „normale“ Stuhltest, der im Rahmen der gesetzlichen Krebsfrüherkennungs-Untersuchung ab dem 50. Lebensjahr angeboten wird, ist störanfällig durch viele Nahrungsmittel und Getränke. Der Immun-Hämoccult hingegen ist ein spezieller Stuhltest, der ausschließlich menschlichen Blutfarbstoff im Stuhl nachweist und von der Ernährung unabhängig ist. Es müssen also keine speziellen Diätmaßnahmen ergriffen werden wie es bei den Stuhltests auf Guajak-Basis bisher erforderlich war.

Diese neue Methode weist eine deutlich verbesserte Treffsicherheit auf und sollte 1x/Jahr durchgeführt werden. Bei auffälligem Befund, insbesondere nach Wiederholungs-Untersuchung, ist dringend eine Darmspiegelung, ggf. ergänzt durch eine Magenspiegelung, anzuraten!


Sterilisationsoperation des Mannes (Vasektomie) nach abgeschlossener Familienplanung

Die operative Durchtrennung der Samenleiter ist auf Dauer die sicherste Methode der Empfängnisverhütung nach Abschluss der Familienplanung.

In einem ausführlichen Informationsgespräch werden Sie und Ihre Partnerin, unterstützt von schriftlichen Unterlagen, über den technischen und zeitlichen Ablauf sowie über alle Vor- und Nachteile dieses Eingriffs aufgeklärt.

Diese Operation kann in unserer Praxis ambulant in Vollnarkose oder in Lokal-Anästhesie erfolgen.




Erlauben Sie uns bitte ein Wort zum Schluss:

Die aktuellen gesetzlichen Vorgaben und die Verträge zwischen den gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung in Hessen verpflichten uns dazu, die oben genannten Leistungen, die nach unserer Meinung dem heutigen wissenschaftlichen Stand der Medizin entsprechen, nur gegen Privatliquidation anzubieten. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ Stand 1996). Die beschriebenen Leistungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht erstattet, auch nicht teilweise.



Urologie für Frau, Mann und Kind